ownsx // folge 23

Herzlich willkommen,

auch den neuen Leser:innen! Alle wohlauf? Einigermaßen guter Dinge? Ich hoffe!
Heute mal ohne großes Schleifengebinde vorneweg. Legen wir gleich los, ja?

Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Diesmal gibt’s das hier in den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen:


// Lesen

Analyse: “Aufstand gegen die ARD”, Die Zeit

– Dass es auch der sachsen-anhaltinischen CDU wohl kaum nur um 86 Cent geht bei der Debatte um den Rundfunkbeitrag, schreibt Martin Machowecz hier auf. Eine seiner Thesen:

Tatsächlich geht es aus Sicht der Politiker um die Frage, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk das Gefühl für die normalen Leute verloren hat. Ob der ostdeutsche Alltag zu selten in ARD und ZDF vorkommt.



Zahlen: “Rentenangleichung”, Bundesregierung

– Zum 1. Juli 2024 sollen die Ost-Renten und die West-Renten identisch sein. Im Sommer 2021 immerhin schon mal 97,9 Prozent. Aber auch sehr interessant: Für die Bundesregierung sind es immer noch “neue Bundesländer”.


Studie: “Viele SED-Opfer in Brandenburg in prekären Verhältnissen”, PNN

– Das ist die Erkenntnis des Berliner Instituts für Sozialforschung – über die erste Studie dieser Art berichtet Thorsten Metzner. Und hier gibt es die gesamte Studie als PDF.



Reportage: “Auf der Spur”, Die Zeit

– Vordergründig geht’s um die Juwelen, die voriges Jahr aus dem Grünen Gewölbe geklaut worden sind in dieser Story von Martin Machowecz, Yassin Musharbash, Tobias Timm und Valerie Schönian. Aber eigentlich, darunter, ist das auch eine Geschichte über sächsisches Identitätsgefühl. Zu dem Kontext hier zum Thema ein paar Stücke aus dem letzten Jahr dazu; die Generaldirektorin der Staatlichen Sammlungen in Dresden Marion Ackermann bezeichnete das Ganze gar als “Identitätsgroteske” – zusammengefasst vom MDR hier, ihre ganze “Dresdner Rede” hier.





Protokollsammlung: “Turning Points”, Global History Dialogues

– Im Fokus stehen Menschen, die 89/90 junge Erwachsene waren – als Teil des internationalen “Living History”-Projekts “Global History Dialogues”. Dieses so ausführliche Kapitel über damals junge Ostdeutsche hat Viktoria Liesek vom ZZF Potsdam zusammengestellt mit vielen O-Tönen. (Und Katharina Thoms von Mensch Mutta ist auch dabei).


Portrait über Neo Rauch: “Kann denn Malen Sünde sein?”, Berliner Zeitung

– Eine Reaktion auf Wolfgang Ullrichs Reaktion auf Neo Rauchs “Anbräuner”. Gunnar Decker greift damit Ullrichs Buch “Feind Bild Werden” auf, das hier im Newsletter auch schon auftauchte – und unten bei der Bücherliste wieder (samt Zeit-Rezension).


Werkportrait über Walter Womacka: “Das allzeit optimistische Personal”, taz

– Eine Schau über den “Staatskünstler” läuft – zumindest nach Plan – noch bis 31.1.2021 in Eberswalde. Ingo Arend erklärt, was es damit auf sich hat zwischen Rehabilitierung und Anti-Agit-Pop-Beispiel.


Jubiläums-Analyse: “Ein Taxi nach Leipzig”, Legal Tribune Online

– Anlass ist die aktuelle 50-Jahr-Feier für den Tatort – und die LTO hat sich angeschaut, wie im allerersten Fall der westdeutsche Kommissar in Leipzig auf DDR-Recht trifft. Und führt mitten in Entscheidungen deutsch-deutscher Zivilrechtsfragen.


Dossier: “Mythen über die DDR”, Bundesstiftung Aufarbeitung

– Antisemitismus, Kriminalität, Wohnungsnot – gab’s das oder nicht? Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat ein neues Paket mit Beiträgen geschnürt, um Fakten von Fiktionen zu trennen. Und zwar hier.



Neuere Bücher (samt Rezensionen):

– Wolfgang Ullrich: “Feind Bild werden”, Wagenbach 2020, 10 Euro. (Zeit-Rezension)
– Jana Hensel, Naika Foroutan: “Die Gesellschaft der Anderen”, Aufbau 2020, 22 Euro. (Leseprobe / ausführliches ND-Interview mit Jana Hensel / DLF Kultur-Rezension / SWR2-Rezension)
– Marko Martin: “Die verdrängte Zeit”, Tropen 2020, 24 Euro. (Badische Zeitungs-Rezension, allerdings mit der etwas schrägen Überschrift “Die Wiederentdeckung der DDR-Kultur”)
– Steffen Reiche: “Tief träumen und hellwach sein”, Dietze 2020, 24 Euro. (Leseprobe)


// Sehen

TV-Doku: “Was will der Osten?”, MDR

Ein 90-Minüter, der sieben Menschen vorstellt, die dabei sind, was für ihre Stadt, ihr Bundesland zu ändern – etwa ein Politiker, ein Startup-Paar und: Valerie Schönian (“Ostbewusstsein”) ist auch dabei.


TV-Doku: “Privatfilme aus der Nachkriegszeit”, ZDF

– Zum Vormerken für den 1.12., um 20:15 Uhr: Dieser Film stellt über historisches Privatfilmmaterial das Leben von 10 Familien vor. Sie ahnen es: von Männern/”Familien”, acht aus Westdeutschland, dazu einer aus Dresden, einer aus Jena. Well.


TV-Doku: “Wie russisch ist der Osten?”, MDR

90 Minuten, die die Perspektive auf “Den großen Bruder” im Wandel der Jahrzehnte zeigt; unter anderem auch im Gespräch mit Sergej Lochthofen.


// Hören

Konsum zur Freude der Werktätigen”, (DLF Kultur, 11 Min.)

– Noch ‘n Jubiläum: zum 50. Geburtstag des Warenhauses am Berliner Alex gibt’s hier eine Art Architektur-Symbol-Portrait von Thomas Klug.




Vom Westen gehasst, vom Westen geliebt”, (WDR, 54 Min.)

– Das Feature von Sylvie Kürsten stellt nicht nur drei große Ausstellungen in NRW über “Kunst aus der DDR” vor, sondern analysiert zugleich die westdeutsche Perspektive vor und nach 1989.


Die Gesellschaft der anderen”, (DLF Kultur, 5 Min.)

Buchpremierenbericht – als Jana Hensel und Naika Foroutan ihren gemeinsamen Band über ost-migrantische Perspektiven vorgestellt haben (siehe Bücherliste oben; hier noch eine DLF-Kultur-Rezension).


1989 in Pop und Punk: Wie klingt Musik über die Wende?”, (DLF Kultur, 9 Min.)

– Ok, zu dem Musikforschungsprojekt gibt’s gleich zwei Interviews – einmal mit dem Kulturwissenschaftler Jonas Brückner bei DLF Kultur // und einmal mit der Historikerin Anna Lux hier im DLF.


Enteignet, entzogen, verkauft: Zur Aufarbeitung der Kulturgutverluste in der DDR”, (MDR Kultur, 60 Min.)

– Schon mal vormerken für den 1.12., 22 Uhr: Die Podiumsdiskussion war der Aufmacher der Herbstkonferenz des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste. Mit Uwe Hartmann, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung beim DZK, dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, der Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar Ulrike Lorenz und dem Kunstrechtsspezialisten Ulf Bischof. Es ist eine Aufzeichnung von gestern (Sonntag), wird aber erst am Dienstagabend ausgestrahlt.


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!

Museum besuchen:

– Ja, echt jetzt. Und zwar hat das DDR-Museum seine Ausstellung “Die gemalte Utopie” bei Google Arts & Culture eingestellt. Hier;

Photos anschauen:

– Und zwar alte Luftaufnahmen des Grenzübergangs an der Bornholmer / Bösebrücke in Berlin. Robert Ide hat hier mal was zusammengestellt (und ja, eigentlich geht’s um die Kleingärten nebendran):


// Und der Rausschmeißer

Playlist anwerfen:

– Die Frage des Forschungsprojekts “89 goes Pop”: Wie klingt Musik über die Wende? Na so, 34 Songs und 2h lang:

Die Playlist ist erst von 16 – jetzt: 17! – Personen abonniert. Da geht noch was. “89 goes Pop” gehört zur Forschung zum Thema “Das umstrittene Erbe von 1989” des BMBF-Verbundprojekts.


So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 24 des #ownsx-Newsletters erscheint am 14. Dezember.
Kommen Sie gut in den neuen Monat.

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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