ownsx // folge 14

Hallo im Sommer,
ich hoffe, Sie sind alle guter Dinge.

Dann machen wir uns mal dran.
Letzte Runde vor einer kleinen Sommerpause.


Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Und jetzt mehr aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen.

So, hier, jetze:


// Lesen

Hier eine Sammlung zum 17. Juni:

– Interview mit Roland Jahn: “Der 17. Juni ist der wirkliche Feiertag”, NWZ
– “Der 17. Juni in den Dörfern der DDR”, Demokratiegeschichten
– “Ist der 17. Juni männlich?”, Demokratiegeschichten
– “Der vergessene Aufstand und die Jugend”, Freie Presse
– “Darf Politik am 17. Juni in einem alten SED-Gebäude tagen?”, Tagesspiegel
– “Der 17. Juni und der Westen: Nur ein Alibi-Gedenktag?”, DLF Kultur
#AufstanDDR – über den Hashtag mehr bei Twitter nachlesen.




Interview mit Wolfgang Tiefensee: “Jeder ist ersetzbar, auch ich”, Die Zeit

– Über sein Ende als aktiver Politiker – und Ostdeutschland. Im Gespräch mit Martin Debes. Und sagt unter anderem dies:

Es existieren nach wie vor strukturelle Nachteile im Osten, es fehlt an bundesweiten Netzwerken und somit an Einfluss. In der SPD haben die ostdeutschen Landesverbände auf Parteitagen nicht einmal so viele Delegierte wie der NRW-Landesverband allein.



Bericht: “Ist Deutschland noch regierbar?”, FAZ

– Eine politikwissenschaftliche Tagung in Jena, Titel: “Dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung: Regieren in der Bundesrepublik Deutschland”. Welche Aspekte über den Ost-West-Vergleich auftauchten, erzählt Günter Platzdatsch hier.


Nachruf: “Der Untergang des Nachtlebens”, Berliner Zeitung

– In einer neuen Folge der “Zeitenwende”-Serie erzählt Susanne Lenz von ihrem Clubleben in der Wendezeit – und dem der anderen. Zum Beispiel erinnert sie nochmal an das großartige Buch ”Der Klang der Familie" von 2014 (erschienen bei Suhrkamp).




Analyse: “Warum die Clans in Berlin so mächtig werden konnten”, Berliner Zeitung

– Weil die Mauer von Ost nach West viel durchlässiger gewesen sei – wieso und warum erklärt Andreas Kopietz.


Ganz viel Helga Schubert: Bachmannpreisträgerin 2020

– Glückwünsche an eine, die zwar Jury-Mitglied 1987-90 und bereits 1980 als Autorin nach Klagenfurt eingeladen war – nur wurde ihr damals die Ausreise verweigert. In ihrer Stasiakte stehe, erzählt sie nun, “deutsche” Literatur gebe es ja gar nicht. Schweizer, Österreicher, DDR-Literatur, ja. Aber “deutsche”? Nee. Jetzt also, mit 80, nochmal.

Dass ich mitmachen kann, ist auch ein kleiner Sieg über diese Diktatur.

– das Portrait
– ihr Beitrag “Vom Aufstehen” (als Video der Lesung // und als Text)
– die Jurydiskussion

… und das sagen die anderen …

– “Preisträgerin mit Vorgeschichte”, taz
– “Sie muss nichts mehr beweisen”, ND
– “Ich musste 80 werden, um das schreiben zu können”, DLF Kultur
– “Bachmannpreis für Helga Schubert”, FAZ
– “Man muss die Widersprüche in sich annehmen”, SZ
– “Wie man Frieden machen kann”, Berliner Zeitung




Und noch ne Runde Gratulation!

– Die Grimme-Online-Jury hat entschieden – und “Eigensinn im Bruderland” hat gewonnen, super, herzliche Glückwünsche an die Macher:innen rund ums Zoff-Kollektiv!

Ein Blick auf die Nominierungsliste zeigt übrigens, wie wichtig das Thema im vergangenen Jahr war (und hoffentlich so präsent bleibt), hier die anderen, alle auch schon hier im Newsletter, ebenfalls alle sehens-hörens-lesenswert:
wende_rewind – Instagram-Stories von Anna-Mareike Krause und Isabel Hummel, RBB
Warum die Treuhand das Land spaltet – MDR-Datenprojekt
Meine Wende, unsere Einheit? – Crowdsourcing-Podcast vom ZDF


// Sehen

TV-Doku: “Das Deutschland-Duell: BRD gegen DDR”, ZDFinfo

– Mit Zahlen will der Film zeigen, welchem Land es besser gelang, “das bessere Deutschland” zu sein. Und das hier sagt die FAZ dazu. Und diese Analyse von MDR-aktuell (“Wird in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen”) passt natürlich auch dazu – ebenso “Gleichberechtigung: DDR und BRD im Vergleich”, auch vom MDR.



TV-Dreiteiler: “Der Preis der Freiheit”, ZDF

– Ja, ja, ist aus dem letzten Herbst. Über drei Schwestern – zwei in der DDR, eine im Westen, unter neuem Namen. Aber weil der Film (mit Barbara Auer, Nadja Uhl, Nicolette Krebitz, Joachim Król) nun beim Deutschen Fernsehpreis groß abgeräumt hat, hier nochmal der Hinweis: stehen alle noch in der Mediathek.


Twitter-Clip: “Die Gästeauswahl bei hart aber fair”

Fabian Goldmann hat für 2020 mal Buch geführt:


// Hören

Defa-Jugendfilme aus der Wendezeit” (DLF Kultur, 7 Minuten)

– “Biologie!” (mit der jungen Stefanie Stappenbeck) machte gerade den Anfang, weitere Wendezeitjugendfilme bringt “Absolut Medien” im Sommer noch raus. Aber über diese Reihe sprach der Leipziger Filmhistoriker Andreas Kötzing nun vorab in DLF Kultur.


Einübung in den Universalismus“ (DLF, 20 Minuten)

Rezension von Susan Neimans “Von den Deutschen lernen” – und Angela Gutzeit geht ziemlich ausführlich auf Neimans These über den gelungenen Antifaschismus in der DDR ein. Kurz: Sie findet Neimans Ansatz hochproblematisch (ja, ist eine neue Besprechung, die im #ownsx-Newsletter 13 war eine andere).


Wie die junge Kunstgeneration auf den sozialistischen Realismus blickt” (DLF Kultur, 29 Minuten)

– Über den “Bilderstreit in Dresden”, den junge Kunstwissenschaftler:innen derzeit führen – und über die Rolle von Kunst in der DDR: ein Beitrag von Natalie Kreisz.




Dieses Land ist es nicht” (RBB, 29 Minuten)

– Rio Reiser sang 1988 in Ostberlin. Zwei Konzerte hintereinander. Was da passierte, dröselt dieses Feature hier auf. Ist zwar schon wat älter, von Henry Bernhard für den MDR 2011 (jetzt im Januar zum 70. von Reiser nochmal bei RBB gesendet, nun frisch ausgegraben von @menschmutta).
Ach ja, das Lied, zu dem die Titelzeile gehört, ist das hier:


// Machen

Sich in die neue #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!



Rübermachen:

– Die lieben Kolleg:innen von #wirsindderosten haben was Neues: Jetzt gibt’s den Fragebogen auch für alle, die nach der Wende neu nach Ostdeutschland gezogen sind, ohne von dort zu sein. Hier steht, wie man mitmachen kann:




Mal eben mit überlegen:

– Nach den Denkmalstürzen und den Debatten darüber in den vergangenen vier Wochen tauchte diese Frage hier von Historiker Friedrich Pollack vom Sorbischen Institut auf. Vielleicht mag jemand was beisteuern?





”Umbruchszeiten”-Projekte durchstöbern:

– Nun steht fest, wer beim Schulwettbewerb von “Umbruchszeiten” – von der Bundesstiftung Aufarbeitung – gewonnen hat. Alle 35 der Finalrunde und auf den Plätzen 1 bis 3 gibt’s hier.


// Und der Rausschmeißer


Ab ins eigene Archiv:

– Da hat jedenfalls Spiegel-Kollege Janko Tietz mal nachgeschaut – und diese Ausgabe von vor 30 Jahren ausgegraben. Zum Währungswechsel, inklusive Text-Screenshots. Vielleicht ja Inspiration für die Sommerferien? (Ich schaue zumindest hier bei mir mal.)


So. Hamwa was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Der Newsletter geht jetzt erstmal in die Sommerpause. Und taucht zum 10. August wieder auf. Lassen Sie es sich gutgehen, vielleicht ja sogar mit Ferien.

Wer sich in unsere Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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