ownsx // folge 15

So Leute,
Sommerpause vorbei. Alle wohlauf?

Weiter geht’s mit dem 14-Tage-Archiv. Mit Hitzegrüßen!

Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Und jetzt mehr aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen.

Los geht’s:


// Lesen

Reportage: “Straße der Wut”, Die Zeit

– Valerie Schönian hat sich bei den Demos entlang der B96 umgeschaut – um herauszufinden, ob es “nur” um Corona oder doch um was ganz anderes geht.


Essay: “Ist der Osten ausdiskutiert?”, Berliner Zeitung

– Diesmal in der Zeitenwende-Serie der Kolleg:innen: ein Beitrag des Soziologen Steffen Mau. Sein Thema: “Warum es den ostdeutschen Eliten auch nach dreißig Jahren nicht gelingt, eigene Themen zu setzen”. Maus Portrait über das Viertel Lütten Klein in Rostock erschien vor ziemlich genau einem Jahr hier.



Portrait: "Diese Zeit lässt sich nicht einfach ausradieren und umkrempeln", SZ

– Das “Neue Deutschland” heißt jetzt “nd. der Tag”. Kollege Bovermann war für die SZ auf Redaktionsbesuch.


Reportage: “Warum Diogo sterben musste”, SZ

– Antonie Rietzschel geht einem 34 Jahre alten Fall nach – als in Dessau der Mosambikaner Joao Manuel Diogo starb. Für die DDR war es ein Unfall, aber nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Brandenburg, ob es nicht doch ein rassistischer Mord war. Hier auch noch der dazugehörige Bericht im Tagesspiegel.



Aufsatz: “Deutsch-deutsche Identitäten der Nachwendegeneration”, APuZ

– Der Sozialwissenschaftler Daniel Kubiak von der HU schreibt unter anderem:

“Bei den Ostdeutschen der Nachwendegeneration wird eine ostdeutsche Identität unter anderem über die eigenen Eltern beziehungsweise die Elterngeneration und die Aushandlung mit ihr und ihrer Identität hergestellt.

Für die Westdeutschen der Nachwendegeneration ist die Westsozialisation durch ihre Eltern nahezu irrelevant.”

Ein Teil von Kubiaks Forschungsarbeit ist übrigens dem Projekt “Ost-Migrantische Analogien” gewidmet – hier die Studie dazu.


Meldung: “Erste ostdeutsche Präsidentin”, MOZ

– Mit Gesine Grande steht zum ersten Mal jemand mit ostdeutscher Herkunft an der Spitze einer deutschen Hochschule. Die MOZ hat alles Wesentliche über die Neue an der Brandenburger Technischen Hochschule in Cottbus hier vermeldet.




Neues Buch von Thomas Oberender:

– Der Intendant der Berliner Festspiele hat einen schmalen Band veröffentlicht, “Empowerment Ost” heißt er. Über Demokratisierungserfahrungen der vergangenen 30 Jahre.
Hier das Interview dazu im RND,
hier 7 Minuten zum Hören beim MDR Kultur,
hier das Interview mit ihm in der Berliner Zeitung,
hier die Rezension aus der Zeit.
Oberender ist übrigens der, der letztes Jahr den Palast der Republik am Haus der Berliner Festspiele wiederauferstehen ließ, das aber nur am Rande.
Leseprobe gibt’s hier. (Das Buch: Thomas Oberender: “Empowerment Ost. Wie wir zusammenwachsen, Tropen 2020, 112 Seiten, 12 Euro).


Analyse: “Im dreissigsten Jahr der deutschen Einheit wird Susanne Kerckhoff in die Bestsellerlisten gehievt, NZZ

– Die Schlagzeile geht noch weiter: “Der Jubel ist gross. Er ist vom Westen gemacht”. Dass die Lyrikerin und langjährige Berliner-Zeitungs-Feuilletonchefin Kerckhoff in den Frühjahr/Sommerbestenlisten auftaucht, ist bemerkenswert, findet die Ernst-Busch-Professorin Ines Geipel. Und analysiert, woher die Aufmerksamkeit für die im Westen eher unbekannte Autorin kommt. Die Berliner Zeitung schrieb im Mai dazu dies hier.


Reportage: “Ostalgie mit Sahne”, Die Zeit

– Ist zwar schon ein Jahr alt, aber Martin Debes hat gerade seinen Text wieder ausgegraben, weil er mal wieder dort zu Besuch war: im Eiscafé Hermannstein im Thüringer Wald. Es soll im Herbst schließen.


Interview mit Zirkus Probst: “Jetzt soll alles falsch sein?”, Die Zeit

– Kollege Nejezchleba hat sich mit dem Gründersohn über den legendären DDR-Zirkus unterhalten. Und über die Zukunft.
P.S.: Es gibt übrigens den Circus und den Zirkus Probst – beides eine Familie. Einmal West, einmal Ost.




Schon mal für den 13. August:

Aus anderer Sicht. Die früher Berliner Mauer”: Das Fotobuch, das Annett Gröschner und Arwed Messmer vor neun Jahren veröffentlichten, samt Online-Panoramen, ist auch zu diesem Mauerbaugedenktag jeden Blick wert.
Hier geht’s zum Buch, samt Innenblicken (Hatje Cantz 2011, 68 Euro).
Und hier kann man einige der Panoramen anschauen. Am besten draufklicken, dann werden sie groß.



// Sehen

TV-Doku + Multimediastück: “Wie die D-Mark in den Osten kam”, ARD

– Da hat sich die ARD nicht lumpen lassen. Ein 45-Minüter und eine aufwendige Multimediareportage über den Mega-Geldtransport, der dafür sorgen sollte, dass zum 1.7.1990 die Währungsunion beginnen konnte.
Hier der Film in der Mediathek,
hier das Multimediadings.



Diskussionsrunde: ”Wer ist ostdeutsch?”, #wirsindderosten

– Zum Start ihrer neuen Rubrik “rübergemacht”, für alle Westdeutschen, die in Ostdeutschland leben, haben die lieben Kolleg:innen von “Wir sind der Osten” eine grandiose Debattenrunde zusammengestellt. Mit Bodo Ramelow, Kai Diekmann, Josa-Mania-Schlegel sprach die wsdo-Gründerin Melanie Stein. Hier mehr Infos – auch für alle, die ihre Geschichte für die Kategorie #rübergemacht erzählen wollen.



TV-Beitrag: “70 Jahre Progress-Verleih”, MDR

– Defa-Geschichte und mehr: “Progress” sorgt dafür, dass DDR-Filme erhalten bleiben – seit einem Jahr wird nun auch digitalisiert. Zum 70-Jährigen ein kleiner Beitrag mit und über den Verleih.


Vortrag: “Natürliche Gegner? Treuhand vs Gewerkschaften”, Bundesstifung Aufarbeitung

– 1,5h zum Thema von Historiker Christian Rau vom Institut für Zeitgeschichte – auch zur Frage, ob sich ostdeutsche Arbeiter von den westdeutschen Gewerkschaften richtig vertreten fühlten.


// Hören

Ich hatte nie vor, in die Politik zu gehen” (DLF, 45 Minuten)

– Eine satte Dreiviertelstunde spricht Christine Lieberknecht über ihre politische Laufbahn in der Ost-CDU mit Birgit Wentzien. Wirklich lohnenswert, mit so viel Ruhe und Raum Lieberknecht zu Wort kommen zu lassen – die im Februar ja fast Interims-Ministerpräsidentin in Thüringen geworden wäre.

Und weil wir gerade dabei sind, hier noch die DLF-Rezension über ein aktuelles CDU-Buch:

Geschichte der CDU: Weichenstellerin der Bunderepublik” (DLF, 8 Minuten)

– Es geht um einen 800-Seiten-Wälzer den Norbert Lammert herausgegeben hat, Thema: 70 Jahre CDU. Und nun raten wir mal alle zusammen, welcher Teil der CDU nicht vorkommt? Genau.


Interview mit Andreas Dresen über DDR und Ostalgie (DLF, 11 Minuten)

– Als Teil der Gesprächstreihe “Nah und Fern” war Ende Juli Regisseur Andreas Dresen zu Gast. Hier geht’s zum ganzen Beitrag.


Auf der Mauer, auf der Lauer” (Podcast, 24 Minuten)

– Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat gerade frisch einen neuen Podcast gestartet – Berliner Lesebühnenautoren (jepp, nur Herren), erzählen von ihren Mauererlebnissen. Folge 1: Volker Strübing.


DDR-Schriftsteller im Jahr der deutschen Einheit” (DLF Kultur, 29 Minuten)

– Was Winfried Sträter da zusammengestellt hat, ist wirklich besonders: Mitschnitte aus einer RIAS-Diskussionsrunde von 1990 mit Christa Wolf, Peter Schneider, Jurek Becker. Als in den Feuilletons Vorwürfe gegenüber DDR-Schriftstellern laut wurden.

… dazu passt auch dies hier, vom selben Tag:

Bis zuletzt hat Christa Wolf totalitäre Ideen gehabt” (DLF Kultur, 13 Minuten)

– Die diesjährige Bachmannpreisträgerin Helga Schubert im Interview.


// Machen

Sich in die neue #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!




Sein lassen:

Blöde DDR-Vergleiche.


Virtuelles Studienreisen

– Schon mal vormerken: 31. August, 4. September. Zwei Tage, an denen die bpb via Livestream das Online-Seminar “Go East!” anbietet. Und zwar, Obacht, per Zug! Langstrecke!

Auf der Strecke des legendären EC 173, dem "Hungaria",soll es von Hamburg über Berlin, Dresden, Prag und Bratislava bis nach Budapest gehen. Virtuell und per Livestream! 13 Stunden, 44 Minuten am Stück.


Anmelden

– Für den Generationengipfel von “3. Generation Ost”, der am 19.9. “Der junge Osten geht in Führung”, heißt der Titel. Geht hier.


// Und der Rausschmeißer

Weil: Sommer.

– “Brause Plus” taucht bei mir im Supermarkt ab und an auf, neulich nun das tolle Logo bei Twitter, geklaut für ein Partyplakat. Wieso es das Pulver seit ein paar Jahren dank einer Leipzigerin wieder gibt, steht hier.


So. Hamwa was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 16 des #ownsx-Newsletters erscheint am 24. August.

Wer sich in unsere Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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