ownsx // folge 17

Willkommen im Herbst,

der uns in nicht einmal vier Wochen das zweite große Wende-Jubiläum vor die Füße weht. (Ging dann jetzt doch ganz schön schnell; hat noch wer gezuckt?)

Frohes Lesen.

Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Und jetzt mehr aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen.

Bittschön:


// Lesen

Reportage: “Wende ohne Ende”, Die Zeit

– Historiker:innen reisten durch Ostdeutschland, um im Gespräch mit Zeitzeug:innen herauszufinden, wie die Wiedervereinigung bis heute wirkt. Und Kollege Christian Bangel reiste hinterher.


Statistik: “Ostdeutsche in Führungspositionen”, dpa/ND

– 133 Abteilungsleitungen gibt es in Ministerien – wieviele davon sind in den Händen von Ostdeutschen? Eine Linken-Anfrage im Bundestag brachte es zutage – mal raten?


Thema: 40 Jahre Solidarność

– “Der polnische Sommer der Freiheit”, Gerhard Gnauck/FAZ
– “Solidarność war weiblich”, Aleksander Kaczorowski/DW
– “Wie aus Solidarität Hass wurde”, Ulrich Krökel/Augsburger Allgemeine




Interview mit Sabine Bergmann-Pohl: “Das beste war die Spülmaschine”, taz

– Anja Maier hat das letzte Staatsoberhaupt der DDR getroffen – bis Oktober war sie Volkskammerpräsidentin. Den Übergang zur MdB schildert Bergmann-Pohl so: “Wir Ost-CDUlerinnen im gesamtdeutschen Bundestag 1990 […] wurden angegriffen, weil wir berufstätige Frauen waren, weil wir unsere Kinder in Krippe und Kindergarten betreuen ließen”.

… und Anja Reich von der “Berliner Zeitung” hat dann auch noch mit ihr gesprochen.



Portrait über Florian Havemann: “Unterwegs mit dem abtrünnigen Sohn des bekanntesten DDR-Oppositionellen”, Tagesspiegel

– Robert Ide hat Havemann in dessen Galerie in Mitte besucht. Das ausführliche Portrait des Künstlers und Ex-Politikers lesen Sie hier.


Serie: “Juden in der DDR”, Berliner Zeitung

– Als neue Folge der Zeitenwende-Serie schreibt Mirna Funk über ihren Urgroßvater Stephan Hermlin – und über “Schmerz und Wut” dieser gerade einmal 5000 DDR-Juden. “Sie waren nichtjüdische Juden”, so Funk. “Sie waren nicht religiös und feierten nur in Einzelfällen die hohen Feiertage. Sie hatten ihre jüdische Identität gegen die große Sache getauscht.”


Interview mit Helge Fuhst: “Blick auf unser eigenes Land”, Süddeutsche Zeitung

– Die “Tagesthemen” dauern ja nun länger, hat für ein wenig Zores mit dem ZDF gesorgt, ein Grund für die Extraminuten: “Bei uns wird die Stimme des Ostens lauter zu hören sein”, erklärt ARD-aktuell-Chefredakteur Helge Fuhst im SZ-Interview mit Claudia Tieschky.


Historisches I: “Wie SPD und SED die DDR stabilisierten”, Spiegel

– 1987 gab’s einen Text-Austausch zwischen Ost und West. Gedruckt im “Neuen Deutschland” und in der “Vorwärts”. Die Geschichte dahinter steht hier.


Historisches II: “Wie die DDR zu ihrem Fußballskandal kam”, Die Zeit

– Als die “Schwarze Pumpe” aus der Liga gekickt wurde; wegen Kapitalismus. Hat Ronny Klein hier aufgschrieben.



Photoband: Ann-Christine Jansson: “Turns/Umbrüche”,

– Wer Janssons Photos aus den Wendejahren und Präwendejahren einmal gesehen hat, wird sich nicht mehr vergessen. Das Buch gibt’s zwar schon zwei Jahre, aber gute Dinge undsoweiter undsofort (und hier noch ein Text der Kolleg:innen von “Monopol”). An dieser Stelle auch nochmal: hier ihr großartiges, legendäres Lothar-de-Maizière-Photo.


Neue Bücher (samt Rezensionen):

– Dörte Grimm, Sabine Michel: “Die anderen Leben: Generationengespräche Ost”, Bebra 2020, 20 Euro (taz-Rezension).
– Kurt Drawert: “Dresden. Die zweite Zeit”, C.H. Beck 2020, 22 Euro. (DLF Kultur-Rezension); eine Neuauflage von Drawerts “Spiegelland” gibt’s auch. (Und hier in der FAZ erzählt Drawert selbst vom Schreiben.)
–Jan Köchermann: “Frasseks Raumsammler”, Kerber 2020, 35 Euro.


// Sehen

TV-Doku: “Der Traum vom Umsturz: Neonazis und die Wende

– Die Panorama-Kollegen der ARD haben einen 30-Minüter über DDR-Skins gedreht. Inklusive Besuch bei Christian Worch und Ingo Hasselbach. (“Zu sachte”, befindet eine Rezension in der taz.)



Vier TV-Dokus – eine Rezension

– “Letzter Sommer DDR”, ARD
– “Deutschland ‘90: Countdown zur Einheit”, ZDF
– “Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen”, ARD
– “Wende im Eis”, Arte
Hier in der “Berliner Zeitung” gibt’s gleich alle auf einen Blick rezensiert.


TV-Beitrag: “Der kurze Traum der Mecklenburgischen Volkszeitung”, NDR

– Fast auf den Tag vor 30 Jahren ging die kurze Zeit einer jener 1990 neu gegründeten Zeitungen auch schon wieder zu Ende – wichtig genug, an diese Zeit des Medienaufbruchs zu erinnern.


Kinodoku: “Uferfrauen

Das Filmportrait über sechs lesbische Leben und Lieben von Barbara Wallbraun läuft seit vergangener Woche im Kino. Wer mehr über “Uferfrauen” wissen möchte: hier eine Rezension bei Spiegel Online, hier ein Interview mit Wallbraun im DLF.



Programmschwerpunkt: “30 Jahre Wiedervereinigung”, arte

– Ab dem 23.9. geht’s los – die imposante Liste mit Filmen gibt’s hier.


// Hören

Der Sound der DDR und seine Rolle für Ost und West” (DLF, 30 Minuten)

– Das Interview mit dem Ost-Pop-Spezialisten Edward Larkey ist der Auftakt einer 6-teiligen Serie zum 30-Jährigen am 3.10.


Jedem seine Akte!” (BABcast, 43 Minuten)

– Teil 6 der “Berlin im Wandel”-Serie des Podcasts dreht sich um die Besetzung des Stasi-Archivs.




Podcast: Interview mit Lothar de Maizière (Berliner Zeitung, 53 Minuten)

– “Meine Damen und Herren, wir schaffen uns ab!” – wenn das nicht mal ein Teaser ist. Diesmal sprechen Anja Reich und Sabine Rennefanz im hauseigenen “Vom Ende der Geschichte”-Podcast mit dem letzten DDR-Regierungschef. Und hier auch nochmal in Textfassung im Blatt.



Interview mit Jörg Wagner (Hörfunkarchiv, 153 Minuten)

– Vom Jugendradio DT64 bis zur Wende und danach: Radioeins-“Medienmagazin”-Macher Jörg Wagner erzählt bei “Digi-Andi” vom Radiomachen in anderen Zeiten. (mit Dank an Katharina “Mensch Mutta!” Thoms fürs Teilen)


// Machen

Sich in die neue #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!



Umbruch unterstützen:

– Das legendäre “Umbruch”-Bildarchiv braucht Hilfe. Etwa, indem man Fördermitglied wird. Hier steht wie.


Photos anschauen:

– In der Harald-Hauswald-Retrospektive in der c/o-Berlin. Die Schau “Voll das Leben!” mit den Bildern des Ostkreuz-Mitgründers startet zwar erst ab 12.9., läuft dann aber bis Januar.




Zum 80. gratulieren:

– DDR-Popart-Künstler Hans Ticha hat Geburtstag – und in Schwerin läuft noch bis kommende Woche eine Ausstellung. Und die aktuelle “Weltkunst” hat ihn sogar aufs Cover gepackt:


Symposium besuchen:

– … oder warten, bis die Aufnahmen als Video im Internet stehen. “Im Schatten der Erinnerung” in Eisenhüttenstadt am 11.9., veranstaltet vom Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und dem Kunstarchiv Beeskow.


Bewerbung schreiben:

– Was für ein super Forschungsprojekt! DDR-ČSSR-Radio-Archiv-Recherche, Fokus auf (post)sozialistische Mediengeschichte – mehr zur Post-doc-Stelle in Amsterdam steht hier.


Lernen helfen:

– Kollege Josa Mania-Schlegel hat da mal ‘ne Frage:


// Und der Rausschmeißer

In eigener Sache.

– Sind hier Menschen aus Museen / Sammlungen / Archiven? Oder Menschen, die Menschen aus … kennen? Gerne mitmachen oder weiterleiten, das wäre super:


So. Hamwa was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 18 des #ownsx-Newsletters erscheint am 21. September.

Wer sich in unsere Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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