ownsx // folge 21

Hallo miteinander,

neue Runde – und vielleicht ja ein bisschen Ablenkung zum Auftakt in diese kommenden vier Wochen, bei Bedarf.

Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Na dann mal los – Lesen // Sehen // Hören // Machen.

Hier:


// Lesen


Hier erstmal eine Runde Treuhand:

Interview mit Marcus Böick: “Wieso war der Hass so groß?”, Die Zeit

Anne Hähnig spricht mit dem Bochumer Historiker Böick über dessen Treuhand-Forschung (hier die Studie von 2017 fürs BMWihier sein Buch, das im September bei Suhrkamp erschienen ist, inkl. Leseprobe), der unter anderem erzählt, wieso irgendwann auch CDU-Politiker erklärten, dass die Privatisierungsmaschine zu schnelle gehe und wie der Arbeitskampf in der Berichterstattung wie ein West-vs.-Ost-Konflikt erschien – und was Rohwedders Rolle dabei war (ein Bsp. siehe “Sehen”).




Apropos Rohwedder:

– Wer die Netflix-Serie über den Treuhandchef, die schon zum Jubiläum vorigen Monat erschien, noch nicht gesehen hat oder noch ein paar Rezensionen lesen möchte:
”Die Brillenfabrik der Frauen”, taz
”Einigkeit und Mord und Freiheit”, Berliner Zeitung
”Drei Schüsse im April”, FAZ
”True Crime aus Deutschland”, Tagesspiegel
”Ein Opfer, viele Motive”, nd.Der Tag





Analyse: “Die zwei Seelen des ostdeutschen Sozialismus”, Jacobin

– Was nach der Einheit aus den Dissident:innen der DDR wurde, die am Ende unter anderem über einen “Dritten Weg” nachdachten, schreibt hier der Politikwissenschaftler Alexander Amberger im neuen Politmagazin “Jacobin”. Und hier die Begleitfrage von “Wo ist der Bus?”:


Feierei: 80 Jahre Roger Melis

– “Roger Melis, der Meister des ostdeutschen Fotorealismus”, Berliner Zeitung
– Und eigentlich hätte nun am 3.11. die Melis-Ausstellung im Museum Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt eröffnen sollen – würde bis Februar laufen.


Analyse: “Kunst und Kultur für alle? Kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR”, politik&kultur

– In der Novemberausgabe der Kulturrats-Monatszeitung schreibt Birgit Mandel (Professur für Kulturpolitik, Hildesheim) über den Bitterfelder Weg und alles, was folgte.


Studie I: ”Teilhabe ohne Teilnahme? Wie Ostdeutsche und Menschen mit Migrationshintergrund in der bundesdeutschen Elite vertreten sind”, DEZIM

Hier die Studie (PDF)
"Spitzenkräfte selten ostdeutsch", Markus Decker in der FR
Screenshot mit Übersicht (von Steffen Mau).
– “Oh mein Gott, mir fehlt etwas”, Anne Hähnig dröselt die Ergebnisse auf anhand der beiden Ostdeutschen, die derzeit in Deutschland Hochschulen leiten – und zwar erst seit diesem Jahr (Enrico Schleiff in Frankfurt/M. und Gesine Grande an der BTU Cottbus)
– “Die deutsche Elite: alt, weiß, westdeutsch”, Sabine Rennefanz in der Berliner Zeitung
– “Oben wird es eintönig”, Pia Stendera in der taz.


In diesem Sinne:

Studie II: "Karrieren ostdeutscher Physikerinnen in Wissenschaft und Forschung 1970 bis 2000"

Die Studie der Historikerin Heike Amos vom Münchner IFZ: “Karrieren ostdeutscher Physikerinnen in Wissenschaft und Forschung 1970 bis 2000”, DeGruyter Oktober 2020, 442 Seiten, 65 Euro.
– “Ostdeutsche Physikerinnen: Was aus all den anderen Merkels wurde”, RND



Konferenzbericht: Diversity-Gipfel: Wie Medien bunter werden könnten, BR24

– Es geht um Diversität in der Branche allgemein, aber Tagesschau-Chefredakteur Markus Bornheim sagte: "Wir suchen sehr stark nach Mitarbeitern, die andere kulturelle Wurzeln haben. Auch Ost-West-Unterschiede." Na dann.




Feierei I: Büchnerpreis für Elke Erb

"Auf dem Fahrrad zum Umkehrbogen", Annett Gröschner in der taz – zur Verleihung vergangenen Samstag.
– “Das ist das wirklich Beeindruckende”, Paul Jandl in der NZZ



Feierei II: Chemnitz als Kulturhauptstadt 2025

– “Eine Würdigung und ein Auftrag für Chemnitz”, Steffi Hentschke in Die Zeit
– “Chemnitz im Fokus”, Christin Thomas in der FR
– “Chemnitz ist nicht mehr unseen”, Michael Bartsch in der taz


Neuere Bücher + Rezensionen:

– Lutz Maeke: “Das unzufriedene Volk”, Wallstein 2020, 22 Euro.
– Metamorphosenband 28: “Nachwendekinder”, Verbrecherverlag 2020, 5,99 Euro. (u.a. mit Beiträgen von Hendrik Bolz, Lena Brasch, Max Czollek, Paula Fürstenberg)
– Jessica Barthel “Schwalbenjahre. Ein Erinnerungsbuch der DDR”, Selbstverlag 2020, 34,95 Euro. (Rezension bei EditionF)
– Wolfgang Ullrich: “Feindbild werden. Ein Bericht”, Wagenbach 2020, 10 Euro. (Rezension bei Monopol).
– Marko Martin: “Die verdrängte Zeit”, Tropen 2020, 24 Euro. (taz-Rezension)
– Elke Scherstjanoi: “Sieger leben in Deutschland”, Schwarzdruck 2020, 27 Euro (nd-Rezension)
– Maxim Voland: “Die Republik”, Piper 2020, 22 Euro (ein Roman, der Version erzählt, in der die DDR zur führenden Macht Europas geworden ist).


// Sehen

TV-Beitrag: “Der Raubzug der Stasi durch Banken und Museen”, NDR

– Leider nur 6 Minuten, aber die “Aktion Licht” – vor der Gründung der KoKo – ist, nun: jedes Licht der Welt wert.


TV-Beitrag: “Wie die Treuhand das DDR-Lotto 'abwickelte'”, NDR

– Weitergeleitet vom Treuhand-Strang oben unter “Lesen”? Hier acht Minuten aus der “Zeitreise”-Reihe über “Tele-Lotto”, die Mecklenburg-Vorpommern-Geschäftsfrau Barbara Becker-Hornickel und Bert Preuß, den Mann, der das Geschäft abwickelte.



Retro-Mediathek, ARD

– Als Teil der neuen Retro-Plattform der ARD gibt’s auch eine Ecke fürs DDR-Fernsehen, mit “Aktuelle Kamera”, “Prisma”, “Der Fernsehfunk”. (Warum da noch nicht mehr ist, hat offenbar rechtliche Gründe.)



Reportage: “Filmland Thüringen: Von der DEFA bis zum Kinderfilm”, MDR

– Schon aus dem Februar, aber hier schon mal ein Überblick über das, was hier direkt obendrüber in der Retro-Mediathek fehlt.

TV-Reportage: “DDR-Witze und der BND”, MDR

– Fängt schon beim Aufmacherbild an: ein Stapel Akten. 45 Minuten über eine absurd klingende Spionagesache.



TV-Doku: “RG 28, WM 66 und Stern-Recorder”, MDR

– Es ist ein wenig schräg, wie die Moderatorin in den alten Sendungen herumläuft, aber: Wertschätzung für DDR-Design über 30 Minuten:



// Hören

Braune Altlasten in Ost und West” (DLF Kultur, 8:30 Minuten)

– Der Münchner Historiker Lutz Maeke hat untersucht, in welchen deutschen Behörden welche Altnazis nach 1945 landeten. Tim Schleinitz hat mit ihm darüber gesprochen.



Het verhaal van de muur” (Podcast, 30 Minuten)

– Das holländische Duitslandinstitut hat eine Liste zusammengestellt mit Hörbeiträgen und Serien über Deutschland – “Mensch Mutta” ist auch dabei, und wer flämisch versteht, kann hier die Folgen des belgischen Podcasts “Die Geschichte der Mauer” anhören (bin selbst nicht in der Lage).


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!




Stimmen hören.

– Was Zeitzeug:innen in Ost und West 1989 sagten – Originaltondokumente nachhören, die die FU im Rahmen ihres Projekts “Wendekorpus” gesammelt haben.



Gesund bleiben.

– “Machen” ist sonst erstmal verschoben.


// Und der Rausschmeißer

Elke Erb lesen:

Hier gibt es 13 mehr. Dazu hier der Band “Das Gedicht ist, was es tut” mit ihrer Poetikvorlesung; und obendrein frisch erschienen “Das ist hier der Fall”, mit ausgewählten Gedichten.

Kastanienallee:

„Als es stärker zu regnen anfing/
stieg er vom Rad, stellte sich unter/
auf der Kastanienallee/Ecke Schwedter/
und starrte ins Wetter.“


So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 22 des #ownsx-Newsletters erscheint am 16. November.
Passen Sie alle gut auf sich auf.

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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