ownsx // folge 28

Schönen guten Tag,

kommen Sie gut durch Eis und Schnee.

Und: Worüber haben wir hier eigentlich vor einem Jahr geredet?
Hier der Newsletter vom 10.2.2020.


Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Und nun wieder – Neues aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen:


// Lesen

Thema: Armin Laschet und Ostdeutschland

– “Der sich um den Osten kümmern will”, Stefan Locke / FAZ
– “Armin Laschet und der Osten”, MDR
– “Das ist der Untergang im Osten”, Timo Lehmann / Spiegel
– “Armin Laschets Ost-Problem”, Thilo Alexe / Sächsische Zeitung (Paywall)
– “Linke hofft auf Zuwachs in Ostdeutschland”, ND.Der Tag
– “CDU-Spitzenpolitiker im Osten sprechen Laschet Vertrauen aus”, dpa/SZ
(Am 30.1.! Dass das extra so deutlich formuliert werden muss, ist ähnlich vertrauenerweckend wie Restaurants, die werben mit: “Leckeres Essen!”)

Zeitenwende-Serie: “Das Nicht-vertrauen-Können belastet Ostdeutschland bis heute”, Berliner Zeitung

– Genau genommen muss ich hier erstmal was nachholen: Das Stück, auf den der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk reagiert: vom 22.1. aus der gleichen Serie, “Ein Stasi-Techniker wehrt sich: ‘Wir waren keine Kriminellen’”. Kowalczuks Ausgangsargument: “Hier wird das Private zum Politischen”.



Studie I: “Alleine ist man zerbrechlich”, Otto-Brenner-Stiftung

– Untertitel: “Wie Arbeitnehmer*innen in Ost und West soziale Ungleichheit wahrnehmen”. Das Forschungsteam Simon Storks, Jana Faus und Rainer Faus stellt fest: Von sozialer Einheit sind wir weit entfernt. Details zu den Ergebnissen sowie die ganze Studie kostenlos hier.



Studie II: “Hälfte aller Erbschaften und Schenkungen geht an die reichsten zehn Prozent aller Begünstigten”, DIW

– Ein Teil der Studie widmet sich den eklatanten Vermögensunterschiede zwische Ost und West und ihre Folgen. Hier eine DLF-Zusammenfassung, hier auf einen Blick:


Interview mit Lilly Blaudszun: “Wenn Pizza Politik ist”, FAZ (Paywall)

– Vor allem geht’s um Blaudszuns Job für die SPD, aber Anna Prizkau fragt, ob man sich überhaupt noch “ostdeutsch fühlen” könne, “ohne eine bequeme Opferidentität einzunehmen”. Oder wie Katharina Thoms schon thematisierte: “Hä?”.

Bericht: “Schlösserstiftung will DDR-Geschichte von Park und Schloss Babelsberg aufarbeiten”, PNN

– Die genauen Pläne für eine neue Ausstellung dröselt Jana Haase hier auf, auch weiso die Stiftung "weg vom Blattgoldtourismus" wolle – inklusive der Info: Zeitzeug:innen gesucht! (via zeitgeschichte@spsg.de oder wochentags von 9 -17 Uhr unter 0331-9694249).

Thema: Ostdeutsche Landwirtschaft, auch nach 1989

– Jens Schöne gibt an der HU gerade ein Seminar über “Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft in der DDR” (hier kleines Twitter-Ding dazu + seine nachgefragte Literaturliste).
– Zum anderen: Elke Kimmel: “Von LPG zu e.G., GbR und GmbH oder: Von ‘Alt-Kommunisten’ zu ‘Neu-Kapitalisten’?”, neu auf bpb.de.


Interview mit Adrian Piper: „Ich bin gern in Deutschland. Aber mir reicht es“, Tagesspiegel

– “Die Regierung schuldet allen ehemaligen DDR-Bürger*innen eine öffentliche Entschuldigung für die Beleidigung und Abwertung der Ost-Deutschen seit der Wende", so Kaiserring-Preisträgerin Adrian Piper im Interview mit Agata Hofrichter.


Ost-Design-Strecke: “Ost/West-Perspektiven”, Politik & Kultur

– Verlinkt ist die ganze PDF-Ausgabe p&k 2/21, aber es geht hier um:
S. 12: “Qualität steht im Vordergrund: Der deutsche Werkbund”
S. 13: “Super Grotesk, Maxima & Co: Die Schriften der DDR”
S. 14: “Das ist nicht meine Gesellschaft: DDR-Möbeldesigner Rudolf Horn im Gespräch”


Portrait über André Müller sen.: “Lebenslügen der BRD”, Zeit

– Genau genommen ist es nicht nur ein Nachruf auf Müller – Matthias Dell verbindet ihn mit den Globke-Enthüllungen von Fragdenstaat zu einer schönen BRD-Analyse. (Und liefert als Buchtipp: “Anne Willing” über Kulturbetrieb und Politik in Ost-Berlin.)


Interview über Ingeborg Rapoport: “Sie war sehr bescheiden”, taz

– Gerade war die Neonatologie-Gründerin Rapoport als eine der Hauptfiguren in der aktuellen “Charité”-Staffel zu sehen: Interview mit ihrem Enkel Daniel Rapoport über die Darstellung der DDR, seiner Großmutter – und deren Vorstellung von Sozialismus.



Bericht: “MOZ, Märkische Zeitung und Lausitzer Rundschau rücken enger zusammen ”, Meedia

– Pressevielfalt, die. Seit dem 1.2. gibt’s eine gemeinsame Chefredaktion. Mehr hier und hier. Was das für die Inhalte bedeutet, steht da nicht. (Nachgefragt habe ich aber auch noch nicht.)


Neuere Bücher / neuere Rezensionen:

– Alexander Osang: “Fast hell”, Aufbau 2021, 22 Euro. (SZ-Rezension)
– Christoph Wunnicke: “Kleine Geschichte der Demokratie in Sachsen. Vom Gottesgnadentum zum Grundgesetz”, Dietz 2021, 16,90 Euro. (Leseprobe)
– Gerhard Wolf: “Herzenssache”, Aufbau 2020, 22 Euro. (Stimme-der-DDR-Rezension)


// Sehen

Diskussionsrunden-Stream: “Keine Sonderrechte für den Adel!”, Bündnis 90/Grüne

– Es ging am 3.2. zwar vor allem um die Hohenzollern, aber damit natürlich auch ums EALG. Um seine Genese aus den VermG-Verhandlungen 1990 wie seine historischen Grundlagen in der SBZ. Erhellende und wissenschaftlich super besetzte Runde (hier Zusammenfassung von Andreas Fanizadeh aus der taz).

TV-Vorschau: Doku-Dreiteiler “Wendezeit”, ZDFInfo

– Am 18.2. gibt’s auf ZDFinfo gleich drei neue Dokus als “Wendezeit”-Reihe: 20:15 Uhr: “Flucht in die Freiheit”, 21 Uhr: “Sturm auf die Stasi-Zentrale”, 21:45 Uhr: “Umweltsünden in der DDR”. (Gibt noch keine Infos direkt auf zdf.de.)


TV-Vor-Vorschau: “ZERV”, MDR/ARD

– Ok, noch steht nicht mal fest, wann die 6-teilige Serie ausgestrahlt wird. Aber Story und Aufwand-Bugwelle lassen einen gespannt sein, wie klischeefrei es wird: Ost/West-Co-Ermittlung zur Wendezeit, es geht um die Auflösung der NVA. Und mit Nadja Uhl und Fabian Hinrichs in den Hauptrollen. Hier ‘ne ARD-Zusammenfassung. Hier sehr ausführlich bei Tag24.



Übrigens, frisch entdeckt: Die BStU-Pressestelle stellt einschlägige TV-Vorschauen zusammen. Hier ist die Liste bis 22.2.2021.


// Hören

“Ein begnadeter Anstifter”, DLF Kultur (30 Min.)

Ein Portrait über Gerhard Wolf, auch anlässlich seines neuen Bands “Herzenssache” (s. oben bei der Buchliste). Tobias Lehmkuhl hat ihn besucht.


Zehn Telephonleitungen nach jenseits der Mauer”, DLFKultur (7 Min.)

– Ab dem 31.1.1971 gab’s wieder Gespräche zwischen Ost- und Westberlin – Telephonleitungen sei Dank. Bis Ende des Jahres waren’s dann über 120. Kleines historisches Stück von Thomas Klug.


Neue Hoffnung für DDR-Dopingopfer”, DLF Kultur (5 Min.)

– Auch das gehört zur gesamtdeutschen Verantwortung: Wiedergutmachung für jene möglich machen, die in der DDR zwangsgedopet wurden. Alexa Hennings über ein neues Gerichtsurteil, das diese Taten erstmals als “staatlichen Willkürakt” einsortiert.




Das ist eine Notwehr des Planeten gegen Überlastung”, DLF (43 Min.)

– Weil DDR-Umweltschutz-Pionier und Grünen-Mitgründer Wilhelm Knabe gestorben ist, hat der DLF dieses Interview von Moritz Küpper mit ihm von 2020 nochmal gesendet.



Mein Vater, der Stasi-IM”, Stasi-Unterlagenarchiv (60 Min.)

Petra Riemann und Torsten Sasse über ihre Recherche – in Folge 28 des Podcasts “111 Kilometer Akten” (und hier die Website zum Riemann/Sasse-Buch).

Atlas”, MDR Kultur (70 Min.)

– Das MDR-Hörspiel über vietnamesische Arbeitsmigrant:innen in der DDR während der 1980er-Jahre von Thomas Köck war zwar schon im November “Hörspiel des Monats”, gerade aber frisch wiederholt auf DLF Kultur.


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!


Flanieren:

– Die “Berlinische Galerie” hat aus Pandemiegründen ihre neue Ausstellung über Berliner Architektur der 1980er mit drei Hör-Begleitstücken ausgestattet: um sich die Exponate auf drei Routen zu erlaufen, etwa entlang der Friedrichstraße. Und wer nicht in Berlin ist, kann’s auch nur online “nach-flanieren”. Bonus-Info: Gerade wurde ein Teil der DDR-Bauten unter Denkmalschutz gestellt.


Diskussion zuhören:

– 10.2., 15 Uhr: “30 Jahre deutsche Einheit: politische Lehren (nicht nur) für das Wahljahr 2021”: mit Katja Kipping, Matthias Platzeck, Clemens Rostock. Es geht um den jüngst veröffentlichten Abschlussbericht der Kommission der Bundesregierung zu 30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit. Hier geht’s zur Anmeldung beim “Progressiven Zentrum”.


// Und der Rausschmeißer

Der Kollege Stefan Krabbes von “Der andere Osten” hat eine Frage:


So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 29 des #ownsx-Newsletters erscheint am 22. Februar.
Nicht ausrutschen bis dahin, passen Sie auf Ihre Knochen auf!

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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