ownsx // folge 29

Hallo zusammen!

Ja, heute kommt die Lieferung erst mittags. Sie können sich den Grund denken: Das schöne Wetter am Wochenende war eben so schön, dass ich lieber draußen war. Und mit dem Rad unter anderem mal wieder dort vorbeikam, wo früher die “Kunst und Antiquitäten GmbH” saß.


Nur als Notiz: Aus Gründen (Pandemieökonomie) häufen sich die Paywall-Beiträge bei fast allen Redaktionen, das haben Sie sicher selbst schon gemerkt. Die Stücke ganz wegzulassen macht aus mehreren Gründen keinen Sinn. Ist aber eine andere Debatte.

Und: Worüber haben wir hier eigentlich vor einem Jahr geredet?
Hier der Newsletter vom 24.2.2020.


Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Hier das Neueste aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen:

// Lesen

Interview mit Reiner Haseloff: “Punkt, Aus, Schluss”, Zeit

– Sachsen-Anhalts Ministerpräsident über CDU/AfD-Verhältnisse, Laschets Position in Ostdeutschland im Gespräch mit Anne Hähnig und Martin Machowecz. Und: ”[Angela Merkel] wurde im Westen mindestens genauso gemocht wie im Osten, weil sie ihre Herkunft immer wieder zurückgestellt hat.” Well.

Interview mit Michael Kretschmer: “Wir leben in einer Zeit, die keine Zwischentöne mehr kennt”, SZ (mit Zahlschranke)

– Es geht um die AfD, um die Pandemie. Unter anderem sagt der sächsische MP im Gespräch mit Cerstin Gammelin und Ulrike Nimz:

“Es ist auch so, dass politische Berichterstatter, die in Hamburg ihre Redaktionsstube haben oder in Köln, einen anderen Blick haben. Seit einigen Jahren gibt es da aber Widerspruch von unseren regionalen Medien.”


Analyse: “Wohin nur mit all dem Geld?”, Zeit

– Infolge der aktuellen Studien über Vermögensverteilung in Deutschland, kam als Reaktion auf Vermögenssteuer-Vorschläge reflexartig: Umverteilung = DDR. Jonas Lüscher hat sich die Argumentation genauer angeschaut.




Feature: ”So bescheiden”, Zeit (mit Zahlschranke)

– Carolin Würfel über die Karrierewünsche der Nachwendekindergeneration.


Feature: “Die Milliarden der anderen”, Zeit

– Derweil entstehen gerade einmal 8 Prozent der Startups in ostdeutschen Bundesländern. Niklas Liebetrau über die Gründungsszene in Leipzig.


Meldung: “Der Lockruf des Euros kommt aus dem Westen”, dpa/WiWo

– Es gibt eine neue Pendel-Statistik von der Bundesagentur für Arbeit. Die Leipziger “Volksstimme” titelt zur gleichen dpa-Meldung “Flucht vor niedrigen Löhnen”. Der BA-Vorstandschef Scheele wird so zitiert: “Das Ost-West-Schema, das es mal gegeben hat, gibt es so nicht mehr.”


Kolumne: “Schäm Dich, Arbeiterkind!”, Berliner Zeitung

Sabine Rennefanz reagiert auf das Zeit-Interview mit Anke Stelling über Prenzlauer Berg:

“Der Ostler mit seinen Erfahrungen wird nicht mal gesehen, höchstens als Bösewicht.”




Analyse: “Post-DDR-Geschichte wird gemacht”, Der Freitag

– Elske Rosenfeld hat sich das Thesenpapier der “Expertenkommission 30 Jahre Friedliche Revolution” angeschaut – und über das geplante “Einzeitszentrum” nachgedacht.

Essay: “Großer Abgesang auf ein kleines Land”, Berliner Zeitung (aber Zahlschranke)

– Florian Havemann hat eine neue Essay-Reihe in der BLZ: “Der unfertige Gedanke”. Teil 1 “Die DDR auf Dauer” erschien Ende Januar – dies hier ist nun Teil 2.




Bericht: “Schwarzer in der DDR: Disney verfilmt Leben von Ex-Polizist”, BR

– Die Geschichte von Samuel Meffire gab’s vor 21 Jahren in der Doku “Dreckfresser” – jetzt bald als Serie. Mehr hier – aber Obacht, Triggerwarnung, mit N-Wort.


Rückblick: “West-Zeitung am Ost-Kiosk”, Spiegel

– Wie Taxis am 20.2.1990 stapelweise den “Tagesspiegel” nach Ost-Berlin brachten und wieso – Adriano Coco erzählt hier, wie’s kam.

Thema: Sigmund-Jähn-Planetarium in Halle

– Jähn als Namensgeber: Hintergrund und Pro und Contra, mdr.de
– “Repräsentant des DDR-Regimes”, Berliner Kurier
– “Im ewigen Kreis”, Cornelius Pollmer in der SZ (aber Zahlschranke)




4 Essays über DDR-Frauenzeitschriften, MonaLiesa

– “Ein Stachel im System? Zum emanzipatorischen Gehalt von DDR-Frauenzeitschriften und ihre gesellschaftspolitische Rolle in der DDR“ veröffentlicht die feministische Bibliothek MonaLiesa / Leipzig vier Beiträge.

Rezension: “Der freie Wind”, ND.Der Tag

– Musik von Gerd Natschinski, Guido Masanetz, Gerhard Kneifel, Conny Odd, Herbert Kawan, Rolf Zimmermann: klingt vertraut – oder eben nicht? Ein neuer Sammelband entdeckt nun ostdeutsche Operetten und Musiktheater neu. (Direkt zum Buch) .


Rückblick: “Kirche für andere”, ND.Der Tag

– Vor 30 Jahren löste sich der evangelische Kirchenbund auf. Karsten Krampitz über diesen Teil der DDR-Kirchengeschichte.




Und zur Sichtbarkeit Ostdeutscher in überregionalen Medien:


Neuere Bücher / neuere Rezensionen:

– Birgit Neumann-Becker, Hans-Joachim Döring (Hg.): “Für Respekt und Anerkennung Die mosambikanischen Vertragsarbeiter und das schwierige Erbe aus der DDR”, Mitteldeutscher Verlag 2020, 24 Euro. (FAZ-Rezension von Jürgen Zimmerer).
– Jürgen Brokoff: “Literaturstreit und Bocksgesang: Literarische Autorschaft und öffentliche Meinung nach 1989/90”, Wallstein 2021, 14,90 Euro (SZ-Rezension von Gustav Seibt; Zahlschranke).
– Julia Gül Erdogan: “Avantgarde der Computernutzung. Hackerkulturen der Bundesrepublik und der DDR”, Wallstein 2021 (ab 8.3.), 34 Euro.
– Anja Tack: “Riss im Bild. Kunst und Künstler aus der DDR und die deutsche Vereinigung”, Wallstein 2021 (ab 8.3.), 54 Euro.


// Sehen

TV-Doku: “Becoming Black”, 3sat

– Ein 90-Minüter, in dem Autorin und Regisseurin Ines Johnson-Spain ihre eigene Geschichte erzählt: davon, als Schwarze Tochter weißer Eltern in der DDR aufzuwachsen.


TV-Beitrag: “Die legendäre Raumerweiterungshalle”, rbb

– Ein 5-Minüter über die tollen REHs. (Wer in Berlin ist, kann auch bei der REH-Lesebühne/Möbel-Showroom Geyersbach im Gleimkiez vorbeischauen).



TV-Doku: “Mein Freund Günther”, MDR

– Ein 45-Minüter über die Freundschaft zwischen Ex-Minister Günther Krause und seinem Anwalt Peter Michael Diestel. Ein Film von Adrian-Basil Müller.



TV-Dokus: Dreiteiler “Wendezeit”, ZDFInfo

– Letztes Mal nur als Vorschau, hier die drei Filme in der Mediathek: “Flucht in die Freiheit”, “Sturm auf die Stasi-Zentrale”, “Umweltsünden in der DDR”.


// Hören

Die langlebigste Wochenschau der Kinogeschichte”, DLF (5 Min.)

– Kleines Jubiläumsstück zu 75 Jahre “Der Augenzeuge”.




Der dicke Lipinski”, DLF Kultur (51 Min.)

– Das Doku-Feature über den Braunkohlekraftwerk-Genossen hat Sieglinde Scholz-Amoulong schon 1989 produziert – dann kam der Mauerfall dazwischen. Die “Momentaufnahmen” aus jenem Frühling / Herbst gibt’s jetzt zum Nachhören.

Empowerment Ost mit Thomas Oberender”, Podcast Projekt Umbruch (1h.)

– In Folge 8 reden das Projekt-Umbruch-Team mit dem Intendanten der Berliner Festspiele über sein Buch “Empowerment Ost”. Als Teil ihres Vorhabens, die “tausenden Geschichten des Umbruchs nach 1989/1990 hörbar” zu machen.



Der Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit in Deutschland”, Bundesstiftung Aufarbeitung (2h.)

– 23.2., 18 Uhr: Die Diskussionsrunde ist der Auftakt einer 10-teiligen Reihe zu “Transitional Justice”. Titel von Folge 1: “Versöhnung, Gerechtigkeit, Aufarbeitung. Der Umgang mit der kommunistischen Vergangenheit in Deutschland”. Mit Bürgerrechtlerin Katrin Hattenhauer, Generalstaatsanwalt a.D.  Christoph Schaefgen und der BAuf-Geschäftsführerin Anna Kaminsky. Hier der Livestreamlink.


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!

Bewerben:

– Es gibt eine ganze Liste, also los!
Bis 26.2.: “Senior Project Manager*in” + “Werkstudent” / Wir sind der Osten
Bis 28.2.: Call for Papers für “Ko-Transformationen im Praxistest” für einen Ost/West-Workshop im Herbst am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen.
Bis 7.3.: Promotionsstelle Wirtschaftsgeschichte: “Patentaktivitäten in der DDR” / Uni Mannheim
Bis 15.3.: 2x Wiss. Mitarb. "Historisches und kulturelles Erbe im östlichen Europa" / Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung
Bis 1.4.: Promotionsstipendium: “Von der SED zur PDS: Die Transformation der DDR-Staatspartei in der Demokratie" / ZZF+RLS

Tagen:

– Also am ZZF Potsdam, 12./13.3.: “Revolution der Paarbeziehungen? Der Wandel des Beziehungslebens in Bundesrepublik und DDR”.


// Und der Rausschmeißer

Zeitreisen mit “Alltag Ost”:


So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 30 des #ownsx-Newsletters erscheint am 8. März.
Bleiben Sie wohlauf!
Sie können auch alle Newsletter einzeln nachschlagen – hier im Archiv.

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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