ownsx // folge 37

Hallo zusammen,

in der vorigen Folge habe ich Sie – zusammen mit dem ersten Rutsch an Vor-Wahl-Analysen – schon darauf eingestimmt und in der Tat: Nur ganz knapp ist dies hier keine reine Landtagswahl-Sachsen-Anhalt-Ausgabe.

Aber erst mal – worüber haben wir hier eigentlich vor einem Jahr geredet?
Hier der Newsletter vom 15.6.2020.


Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
https://tinyurl.com/ownsx-tauschformular


Na dann: Neues aus den Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen.


Aber erstmal gebündelt:

Thema: die Wahl in Sachsen-Anhalt

Vor der Wahl
– “Sachsen-Anhalt: Wie die Linke den Wessis einmal fast das Kommando nahm”, Sabine Rennefanz / Berliner Zeitung
– “Debatte um Ostdeutschland”, Interview mit Valerie Schönian und Raj Kollmorgen / DLF Kultur (95 Min.)
– “Warum sich Ostdeutsche so oft für rechte Parteien entscheiden”, Dalia Marin / spiegel.de
– “Im Osten gab es kein 1968”, Max Zeising / nd. Der Tag
– “Nervt nicht”, Ulrike Nimz, Antonie Rietzschel / Süddeutsche Zeitung

Nach der Wahl
– “Soziologe Raj Kollmorgen: Die CDU greift das konservative Lebensgefühl vieler Ostdeutscher auf”, Sabine Rennefanz / Berliner Zeitung
– “Wahl in Sachsen-Anhalt offenbart die bittere Spaltung zwischen Ost und West”, Bascha Mika / Frankfurter Rundschau
– “Steffen Mau über die Wahl in Sachsen-Anhalt”, Kulturzeit / 3sat (6 Min.)
– “‘Aufbau Ost’ und ‘Neustart Kultur’: Trostgeld allein reicht nicht aus”, Thomas Oberender / Berliner Zeitung
– “Die Bundestagswahl wird im Westen entschieden”, Cerstin Gammelin / Süddeutsche Zeitung
Jana Hensel zu Gast bei “Geyer & Niesmann” / RND-Podcast
– “Die im Osten”, von mir / Übermedien

Und hier noch eine infratest-Umfrage vom Wahlabend zum Ost/West-Verhältnis:


// Lesen

Thema: Wanderwitz-Debatte

– “Zwei Diktaturen haben ihre Spuren hinterlassen”, Peter Huth / Welt
– “Wie radikal ist Ostdeutschland?”, Robert Ide / Tagesspiegel
– “Das alte Gespenst”, Daniél Kretschmar / taz
– “Ossi-Schelte vom Spitzenkandidaten der stärksten Partei Sachsens”, Bernd Müller / heise.de
– “Wie rechts ist der Osten?”, Alan Posener / Jüdische Allgemeine
– “Über den Osten nichts Neues”, David Begrich / Freitag
– “Ossis haben mehr Humor als Wessis”, Frank Pergande / FAZ
– “Ostdeutsche, wann kommt Ihr endlich an?”, Sabine Rennefanz / Berliner Zeitung
– “Politikpsychologe: ‘Dass die Ossis obrigkeitshörig waren, ist ein Klischee’”, Anja Reich / Berliner Zeitung
– “Für dumm verkauft”, Steffen Honig / Volksstimme
– “Bartsch: ‘Wanderwitz muss sich bei Ostdeutschen entschuldigen’”, Markus Decker / RND
– “Die neue Ost-West-Debatte ist leider ganz die alte”, Markus Decker / RND
– “Michael Kretschmer: ‘Keine Stigmatisierung von Menschen’”, Interview mit Marietta Slomka / heute journal (ausnahmsweise nicht zum “Lesen”)

Hier Marco Wanderwitz selbst:

Interview: “Ostbeauftragter Marco Wanderwitz: ‘Anfälligkeit für einfache Wahrheiten’”, Berliner Zeitung

– Statt über ihn spricht Sabine Rennefanz mit dem Ostbeauftragten über die Debatte, die sein FAZ-Podcast-Gespräch ausgelöst hat.


Thema: das Ende der Stasi-Unterlagenbehörde

– “Roland Jahn: Ich verwende das Wort Schuld nicht mehr“, Wiebke Hollersen, Sabine Rennefanz / Berliner Zeitung
– “Bürgerrechtler und DDR-Staatsfeind Roland Jahn: ‘Ich habe bis heute ein schlechtes Gewissen’“, Robert Ide, Cornelius Dieckmann / Tagesspiegel (+)
– “Marianne Birthler: ‘Dass die Opferverbände nicht eingebunden wurden, ist skandalös’”, Robert Ide / Tagesspiegel


Essay: “Auf sie mit Krawall”, Zeit (+)

– Jana Hensel antwortet hier auf den Beitrag des Soziologen Steffen Mau (“Lütten Klein”) “Warum sind Ostdeutsche so krawallig?”. Und widerspricht.


Kommentar: “Politik als Endlosschleife”, spiegel.de

– Zur Debatte rund ums Ost-West-Verdienstgefälle schreibt Steffen Winter unter anderem:

“Lebenshaltungskosten zwischen München und Coburg unterscheiden sich auch erheblich, doch liegt beides in Bayern und niemand würde in Coburg andere Arbeitszeiten oder Lohnkürzungen fordern."


Thema: Ost-Ministerpräsident:innen-Konferenz

– “Kommentar: Beschwörungen”, Jana Frielinghaus / nd. Der Tag
– “Ramelow will mehr Bundesbehörden in Ostdeutschland”, spiegel.de
– “Merkel: Westen kann aus Ost-Umbrüchen lernen” / PNN


Interview: “‘Nehmt den Wessis das Kommando?’ Na, dann fangt doch bei euren eigenen Leuten an und entmachtet Herrn Ramelow!", NZZ

Theologe und DDR-SPD-Mitglied Richard Schröder spricht über einen differenzierten Umgang mit DDR-Geschichte, paradoxe Stimmungslagen und das unterschiedliche Demokratieverständnis vieler Ostdeutscher. (P.S.: Interessanterweise taucht das Wort “Jammerossis” aus der URL im Interview selbst nicht auf.)


Interview: “Rassistische Stereotype waren normal in der DDR"”, Die Zeit

– Anetta Kahane, Gründerin der Amadeu-Antonio-Stiftung, im Gespräch mit Jana Hensel über ihr Leben vor dem Mauerfall und darüber, wieso die DDR ihre politische Heimat ist.



Bericht: “Kein Bock auf Westfernsehen”, taz

– Ausgehend von der ARD-Plattform “Zukunftsdialog” hat sich Michael Bartsch einmal die Angebote in ostdeutschen Bundesländern angeschaut, inkl. Bogen zur Rundfunkbeitrag-Debatte natürlich.



Analyse: “Die Diktatur der anderen”, Felix Stephan / Süddeutsche Zeitung (+)

– Mit Blick auf ostdeutsche Literatur folgert Stephan:

“Literatur zeichnet ein Epochenbild und formt ein kollektives Bewusstsein, deshalb sind Auslassungen mitunter aufschlussreich. Für das zentrale Erlebnis der ostdeutschen Existenz - die Assimilation - scheint die deutsche Literatur noch keine Sprache gefunden zu haben, sie bleibt unbetrauert.”


Jubiläum: Zum 80. Geburtstag von Monika Maron

"Die Bedrängte”, Stefan Gärtner / nd. Der Tag
– “Ihre scharfzüngige Lust am Widerspruch”, Alexander Cammann / Die Zeit
– “Eine prototypische Intellektuelle aus dem deutschen Osten”, Jörg Magenau / dlfkultur.de (auch zum Nachhören)


Neuere Bücher / neuere Rezensionen:

– Monika Maron: “Was ist eigentlich los?”, Hoffmann und Campe 2021, 22 Euro (NDR-Kultur-Rezension; mehr s. oben zu ihrem 80. Geburtstag).
– ET Juni: Sebastian Thalheim: “8 mm DDR”, Ch. Links 2021, 40 Euro.


// Sehen

Diskussionsrunde: “Vom Bruderland zur pOstmigrantischen Gesellschaft?”, Netzwerk Solidarischer Osten

– Fast 2h Debatte mit Katharina Warda (Autorin, DaMOst), Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen), Anna Stiede (politische Bildnerin, Kommunikationstrainerin), Dmitrij Kapitelman (freier Journalist und Autor).


Spielfilm: “Drei reizende Schwestern”, MDR-Mediathek

– Zum 90. Geburtstag von Ingeborg Krabbe zeigt der MDR die Folge “Familienfest mit Folgen” der DDR-Lustspielreihe.


2-teilige Doku: “Interhotels”, MDR

– Untertitel: “Glanz, Verfall und Auferstehung”: hier Teil 1 und Teil 2.


// Hören

Der Ossi, der Osten, es wird gar nicht mehr differenziert”, DLF (10 Min.)

– Christian Bollert von “Wir sind der Osten” im Interview über Stereotype in der Berichterstattung.



Liebe in Zeiten der Schichtarbeit”, DLF-Feature (49 Min.)

– Ein Notizheft taucht auf beim Entrümpeln eines Hauses in Leipzigs Arbeiterviertel. Marcel Raabe und Manuel Waltz haben sich gefragt: Was steht drin? Und wer hat es geschrieben?


Warum so viele Ostdeutsche AfD wählen – es aber nicht so bleiben muss”, Zeit-Podcast “Politikteil” (1h 10 Min.)

– Zu seinem Abschied als Redaktionsleiter der “Zeit im Osten” ist Martin Machowecz zu Besuch in der Runde bei Marc Brost und Ileana Grabitz. (Ab 1.7. übernimmt er das “Streit”-Ressort und Anne Hähnig folgt ihm in Leipzig nach.)


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!



Sich an Studie beteiligen:

– “Bestandsaufnahme und Bewertung von Maßnahmen für politisch Verfolgte der SED-Diktatur in Berlin im Zeitraum von 1990 bis 2020”, vom Berliner Institut für Sozialforschung und dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


Journalistischen Nachwuchs vorschlagen:

– Das “Medium Magazin” sucht wieder die Top 30 bis 30 des Jahres – bis 14.7. hier Kandidat:innen nominieren.


// Und der Rausschmeißer

Man kann von der EM 2021 halten, was man will, aber, ähm:



So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 38 des #ownsx-Newsletters erscheint am 28.6.
Bis dahin: Passen Sie gut auf sich auf!

Sie können auch alle Newsletter einzeln nachlesen – hier im Archiv.

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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