ownsx // folge 27

Hallo zusammen.

Schön, dass Sie hier sind. Ich hoffe, Sie sind guter Dinge. Sagen wir mal so: Der Januar ist schon fast rum.

Und weil die Zeit so davonflutscht: Worüber haben wir hier eigentlich vor einem Jahr geredet? Hier der Newsletter vom 27.1.2020.


Noch mal fix zwei Sätze zur Erklärung:
Der Newsletter von ostwestnordsuedx zieht alle zwei Wochen einen Strich – und packt Beiträge rund um Ost/West zusammen, die in den +/-14 Tagen zuvor aufgefallen sind. Damit sich nicht alles versendet. Als eine Art temporäres Archiv.

Was die geplante Arbeitsplatztauschplattform für Journalist:innen auf ostwestnordsuedx.de (Was das sein soll? Womit alles anfing? Wer dahinter steckt? Steht hier und hier und hier. ) angeht:
Als Alternative für physischen Tausch: Bieten Sie Ihre Perspektive an – und finden jene Einblicke, die Ihnen im Blatt, in der Sendung, im Heft, auf der Seite fehlen:
hier direkt zum Suche/Biete-Formular!
Ums leichter weiterzusagen:
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Los geht’s – Neues aus Kategorien Lesen // Sehen // Hören // Machen:


// Lesen

Thema: CDU-Parteichefwahl

– “Norbert Röttgen […] betont die Bedeutung des Ostens”, Tanja Brandes / Berliner Zeitung
– “Eine rheinische Frohnatur gegen ostdeutsche Wut”, Martin Machowecz / Zeit
– “Ost-CDU hadert mit Wahl Laschets”, Florian Neuhann / ZDF
– zum Nachhören: Röttgens Rede, ZDF (Ost-Bezug ab Min. 9)


Analyse: “Polit-Erziehung für den Osten mit Schwarz-Rot-Gold”, Berliner Zeitung

– Eine Kommission zu “30 Jahre Einheit” hat einen Vorschlag für neuen Patriotismus erarbeitet; federführend dabei MP Matthias Platzeck und der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz. Auszug: „Mit nationalen Symbolen der Demokratie soll im Sinne einer freundlichen Einladung ein fröhlicher und ungezwungener Umgang gepflegt werden.“ Maritta Tkalec über die historischen Fallen.

Gastbeitrag von Karola Wille: “Es reicht noch nicht!”, Zeit

– In eben jenem Kommissionsbericht ging’s auch darum, wie Ostdeutschland im ÖR auftaucht. MDR-Intendatin Wille will, dass ostdeutsche Themen nicht länger ignoriert werden.


Bericht: “Bürgerrechtler gegen Bürgerrechtler”, taz

– Es gibt Streit in Leipzig. Einige, die 1989 mit für die friedliche Revolution und die Auflösung der Stasi kämpften, wollen Mitglied im Verein werden, der die Stasi-Historie der “Runden Ecke” bewahrt und aufarbeitet. Antrag abgelehnt, wegen des Neutralitätsgebots der Satzung. Michael Bartsch hat aufgeschrieben, was da los ist.


Rückblick: “1991: Fabelhafter Westen”, Der Freitag

– Am 17.1.1991 war Bundestagswahl. “Die erste gesamtdeutsche Regierung wird unter Verzicht auf ostdeutschen Sachverstand gebildet – ein Zeichen dafür, wie die Aufgabe „Transformation Ost“ unterschätzt wird”, findet Jörg Roesler.


Studie: “Warum es im Osten mehr Gründerinnen gibt”, WiWo

Es ist unübersehbar: Die Top-Plätze belegen – mit über 21 Prozent Frauenanteil ganz vorne – Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin, Brandenburg. Dann erst Bayern und Baden-Württemberg. Könnte an der Kinderbetreuung liegen, so die Erklärung der Datenerhebung, die die WiWo in Auftrag gegeben hat.

… in dem Zusammenhang noch das:


Nachruf I: “Vokabeln fabeln”, Tagesspiegel

– Barbara Köhlers Debütband erschien 1991, Titel “Deutsches Roulette”. Nun ist die Lyrikerin gestorben. Michael Braun über sie und ihre Arbeit.

Hier ein Auszug aus:

“Jemand geht”

jemand geht & er weiß daß er fortgeht
jemand geht & sie weiß das er fortgeh
t jemand weiß daß er fortgeht weil er
weiß daß sie bleibt & daß jemand fort
geht weiß sie weil sie bleibt er kann
nur fortgehn wenn sie bleibt weiß sie
wenn sie auch geht würde es kein fort
gehen mehr geben weil es nichts geben
würde was bleibt aber wie kann er das
wissen er dreht sich nicht einmal um.


Nachruf II: “Unbestechlich, unabhängig, eigen”, Nachtkritik

– Der Theaterkritiker André Müller ist gestorben. “Er gehörte seit den 1950er Jahren zu den wenigen West-Kritikern, die sich um eine unabhängige Berichterstattung über Theater in der DDR bemühten.”

Glückwünsche: “Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas 2025”, KMK

– Jetzt isses klar: Chemnitz hat in vier Jahren einen großen Auftritt. Die Kultusministerkonferenz vermeldet es so. Der Vollständigkeit halber: hier der offizielle Auftritt der Stadt, hier auf Twitter.


Portrait: „Mit 17 in der Haftanstalt 'Frohe Zukunft'“, Berliner Zeitung

– Den Berliner Ralf Steeg kennen viele wegen seines Engagements für eine saubere Spree. In der “Berliner Zeitung” erzählt er (im Portrait von Alexander Bühler) über seine Inhaftierung und die Zwangsarbeit für den Westen.




Portrait: “Der Vatermörder”, Zeit

– Christoph Diekmann schreibt über Robert Havemann. (Und vor einem halben Jahr erschien eins im Tagesspiegel).

Analyse: “Kunst am Bau oder architekturbezogene Kunst?”, Zeitgeschichte Online

– Wandmosaike, Fresken, Skulpturen: Wie kann die Architektur der DDR-Nachkriegsmoderne als Baudenkmal gewürdigt werden?, fragt Sylvia Necker. (Hier das Bildarchiv von Martin Maleschka: @baubezogenekunstddr @baubezogenekunstddrphilokartie @ostmoderne.farbphilokartie.


Neuere Bücher / neuere Rezensionen:

– Alexander Osang: “Fast hell”, Aufbau 2021, 22 Euro. (DLFKultur-Rezension)
– Hanns Cibulka: “Sanddornzeit”, Matthes & Seitz 2020, 18 Euro. (DLFKultur-Rezension)


// Sehen

TV-Serie: “Charité, Staffel 3”, ARD

– Ignorieren wir mal kurz, dass es eine Krankenhausserie ist – denn die neue Staffel setzt 1961 ein, kurz vorm Mauerbau. Hier der DLFKultur dazu, der MDR hier über die Rolle des Gerichtsmediziners Prokop, hier Infos der Charité selbst.


TV-Doku: “Verloren im Bruderland: Vertragsarbeiter in der DDR”, ZDFinfo

– Ein hier das Für mehr Hintergründe: Beim “Mediendienst Integration” gibt es eine ausführliche Dokumentation zu Migration in der DDR von Thomas Riedel.


TV-Vorschau: “Der Staatsanwalt hat das Wort”, MDR

– 28.1., 00:30 Uhr: Zum 80. Geburtstag von Jürgen Zartmann bringt der MDR diesen Film von 1980.


// Hören

Geheime Stasi-Operation ‘Aktion Licht’”, NDR 1 (25 Min.)

– Wenn von Provenienzforschung die Rede ist, geht es immer noch meist um NS-Entzüge und Kulturgüter aus kolonialen Kontexten. Die “Aktion Licht” ist ein Beispiel dafür, wie grundlegend auch die Entzugskontexte in SBZ/DDR erforscht werden müssen.

Mehr zu SBZ/DDR-Entzugskontexten:


Die verletzlichen Seiten eines Reporters”, (DLF Kultur, 6 Min.)

– Spiegel-Kollege Alexander Osang hat einen neuen Roman geschrieben. Hier erzählt er über diesen jungen Ostdeutschen, den er in “Fast hell” portraitiert. Und hier noch ein NDR-Beitrag dazu.


Über das Herstellen von Textflächen”, (NDR1, 8 Min.)

– Um der verstorbenen Lyrikerin Barbara Köhler (siehe oben) zu gedenken, erzählt Annett Gröschner (Glückwunsch zum Großen Kunstpreis Berlin!) hier über ihre Werke.


// Machen

Sich in die #ownsx-Austauschbörse eintragen: und zwar hier!

– Das Motto für mehr andere journalistische Perspektiven für alle Redaktionen ist: “Suche Ost, biete West” oder “Suche West, biete Ost”.

Und klar, ne, gerne weitersagen!


Vortragsexposé einreichen:

– Für eine Konferenz, die die Community von “Third Generation Ost” gerade organisiert. Thema: “Decolonizing the East German Experience”, mit-organisiert von Katharina Warda. Hier steht alles, Frist ist der 1.2.


// Und der Rausschmeißer

VEB-Suche

– Dieses Sonder-Feature hatte ich bislang übersehen: Zum Grimme-Online-prämierten MDR-Projekt über “Mythos Treuhand” gehört auch diese interaktive Karte, auf der sich die Geschichten aller VEBs nach 1990 einsehen lassen.


So. Habe ich was vergessen? Soll was Bestimmtes mit rein?
Dann los: mail @ ostwestnordsuedx.de

Folge 28 des #ownsx-Newsletters erscheint am 8. Februar.
Passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf.

Wer sich in die Newsletterliste eintragen will, bittschön, das geht hier:

… und natürlich gerne weitererzählen, danke!

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